{"id":3306,"date":"2023-04-06T09:44:55","date_gmt":"2023-04-06T07:44:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiesbadener-kreis.de\/?p=3306"},"modified":"2023-04-06T09:44:55","modified_gmt":"2023-04-06T07:44:55","slug":"neuigkeiten-zur-google-fonts-abmahnwelle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wiesbadener-kreis.de\/?p=3306","title":{"rendered":"Neuigkeiten zur Google Fonts Abmahnwelle"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Bez\u00fcglich der Google-Fonts Abmahnwelle scheint sich die Situation weiterhin f\u00fcr einige der Abmahner zuzuspitzen.<br \/>\nDie Generalstaatsanwaltschaft in Berlin ermittelt weiterhin in dieser Frage und hat in einem Verfahren gegen zwei Beschuldigte Durchsuchungsbeschl\u00fcsse in Berlin, Hannover, Ratzeburg und Baden-Baden erlassen, inklusive zwei Arrestbeschl\u00fcsse mit einer Gesamtsumme von 346.000 Euro.<br \/>\n(<a href=\"https:\/\/www.gindat.de\/news\/detail\/update-abmahnwelle-schadenersatzansprueche-wegen-google-fonts-1.html\">Wir berichteten damals<\/a>).<br \/>\nDazu scheinen nun auch auf zivilrechtlicher Ebene dem Gesch\u00e4ftsmodell der Google Fonts-Abmahnungen Probleme entgegenzukommen.<br \/>\nSo hat jetzt das Amtsgericht Ludwigsburg am 28.02.2023 (Az. 8 C 1361\/22) gegen besagte Abmahner entschieden. Grund war hier eine negative Feststellungsklage einer Adressatin eines Abmahnschreibens einer Anwaltskanzlei aus Berlin. Die Kl\u00e4gerin verlangte in dieser gerichtlich feststellen zu lassen, dass ein entsprechender Anspruch der abmahnenden Personen nicht bestand.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Gericht gab dem Begehren der Kl\u00e4gerin statt, haupts\u00e4chlich deswegen, weil es einen Rechtsmissbrauch gem. \u00a7 242 BGB als gegeben angesehen hat. So erschien dem Gericht ein Einnahmeerzielungsinteresse der Abmahnenden als vordergr\u00fcndiges Motiv und nicht etwa, wie behauptet, die Erzeugung von Aufmerksamkeit f\u00fcr das Google Fonts Problem. Dies deckt sich auch mit unserer\u00a0 mehrmals ge\u00e4u\u00dferten Rechtseinsch\u00e4tzung.<br \/>\nUnter anderem hat das Gericht auch den Rechtsmissbrauch als gegeben angesehen, da man sich einen ebenfalls gestellten Unterlassungsanspruch h\u00e4tte abkaufen lassen und die Abmahner unbestritten die Webseite der Kl\u00e4gerin unter Einsatzes eines Webcrawlers aufgesucht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Interessant ist hier, dass das Gericht auf einen evtl. Schadensersatzanspruch der Abmahnenden gem. Art 82 I DSGVO gar nicht vertieft einging. Nach dem Gericht konnte das Vorliegen eines solchen Anspruches wegen des besagten rechtsmissbr\u00e4uchlichen Handelns grunds\u00e4tzlich dahinstehen.<br \/>\nOb <span id=\"decorator-synonym-entity-id-17\" data-entity-key=\"17\" data-offset-key=\"ad09n-1-0\"><span id=\"decorator-corrected-entity-id-17\" data-entity-key=\"17\" data-offset-key=\"ad09n-1-0\"><span data-offset-key=\"ad09n-1-0\">aufseiten <\/span><\/span><\/span> der Abmahnenden es also nun aufgrund Ihres \u201e\u00c4rgers\u201c zu einem berechenbaren Schaden gekommen ist oder nicht, wurde vom Gericht also nicht mit entschieden. Dies kann durchaus dahingehend gedeutet werden, dass das Gericht das rechtsmissbr\u00e4uchliche Handeln als ziemlich eindeutig angesehen hat.<br \/>\nAuch l\u00e4sst die Tatsache, dass der Einsatz eines sog. Webcrawlers als erwiesen zu sein scheint, bzgl. des anh\u00e4ngigen Verfahrens wegen versuchten Betruges und versuchter Erpressung in mindestens 2.418 F\u00e4llen wohl kein glimpfliches Ende f\u00fcr die Abmahnenden vor dem Strafgericht erahnen.<br \/>\nDas Endergebnis bleibt jedoch, wie immer vor Gericht abzuwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bez\u00fcglich der Google-Fonts Abmahnwelle scheint sich die Situation weiterhin f\u00fcr einige der Abmahner zuzuspitzen. Die Generalstaatsanwaltschaft in Berlin ermittelt weiterhin in dieser Frage und hat in einem Verfahren gegen zwei Beschuldigte Durchsuchungsbeschl\u00fcsse in Berlin, Hannover, Ratzeburg und Baden-Baden erlassen, inklusive zwei Arrestbeschl\u00fcsse mit einer Gesamtsumme von 346.000 Euro. (Wir berichteten damals). 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