{"id":3167,"date":"2023-02-06T08:56:43","date_gmt":"2023-02-06T07:56:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wiesbadener-kreis.de\/?p=3167"},"modified":"2023-02-06T08:56:43","modified_gmt":"2023-02-06T07:56:43","slug":"scraping-unterschiedliche-entscheidungen-zum-schadensersatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.wiesbadener-kreis.de\/?p=3167","title":{"rendered":"Scraping: Unterschiedliche Entscheidungen zum Schadensersatz"},"content":{"rendered":"<p>In letzter Zeit m\u00fcssen sich Gerichte vermehrt mit dem Thema \u201eScraping\u201c auseinander setzen.<\/p>\n<p>Unter \u201eScraping\u201c versteht man das \u00dcbertragen von \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Informationen einer Webseite in eine Datenbank. Dies kann auf manuellem Wege geschehen oder mithilfe verschiedenster Softwares.<br \/>\nBesonderes Augenmerk wird auf das Scraping bei Social-Media-Plattformen gelegt.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Beispiel 1: Es besteht kein Schadenersatzanspruch<\/span><br \/>\n<strong>Verfahren vor dem Landgericht Essen:<\/strong><br \/>\nDer Kl\u00e4ger nutzte die Social Media Plattform des Beklagten (Facebook), um mit Freunden zu kommunizieren und private Fotos zu teilen. Diese vom Kl\u00e4ger ver\u00f6ffentlichten Daten wurden von Dritten gescrapt und im Internet ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nBei den gescrapten personenbezogenen Daten des Kl\u00e4gers handelt es sich um Daten, die auf der Plattform ohnehin ohne Zugangskontrolle oder \u00dcberwindung technischer Zugangsbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr jeden frei einsehbar sind. Dies geht aus den Datenverwendungsrichtlinien der Plattform hervor, \u00fcber welche der Kl\u00e4ger bei der Anmeldung informiert wurde.<br \/>\nAus Sicht des Gerichts war der Beklagte nicht verpflichtet, die Daten vor der Verarbeitung von Scrapern zu sch\u00fctzen \u2013 dies sei ohnehin nicht m\u00f6glich komplett zu unterbinden.<br \/>\nDer Nutzer der Plattform\/Kl\u00e4ger tr\u00e4gt in diesem Fall letztendlich selbst das Risiko, da er sich eigenverantwortlich der Nutzung der Plattform entschlossen und die Zustimmung der Datenschutzrichtlinien gegeben hat.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen finden Sie hier:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/rewis.io\/urteile\/urteil\/hyl-10-11-2022-6-o-11122\/\">https:\/\/rewis.io\/urteile\/urteil\/hyl-10-11-2022-6-o-11122\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Beispiel 2: Es besteht Schadenersatzanspruch<\/span><br \/>\n<strong>Verfahren vor dem Landgericht Paderborn<\/strong><strong>:<\/strong><br \/>\nDieses Verfahren beruht auf dem gleichen Tatbestand wie das vor dem Landgericht Essen. Das Landgericht Paderborn wiederum war in diesem Fall der Ansicht, dass der Beklagte keine ausreichenden Sicherheitsma\u00dfnahmen getroffen hat und das Schutzniveau dementsprechend nicht angemessen gew\u00e4hrleistet werden konnte. Der Beklagte h\u00e4tte entsprechend mit Scraping-F\u00e4llen rechnen m\u00fcssen und die Schutzma\u00dfnahmen anpassen m\u00fcssen. Als Resultat musste er an den Kl\u00e4ger 500 \u20ac nebst Zinsen zahlen. Wie gut an beiden Beispiel-F\u00e4llen zu sehen, sind bei gleichartigen F\u00e4llen die Gerichte noch unterschiedlicher Meinung.<br \/>\nDie Erfolgschancen bei Scraping-Klagen sind daher weiter ungewiss.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen finden Sie hier:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/lgs\/paderborn\/lg_paderborn\/j2022\/3_O_99_22_Urteil_20221219.html\">https:\/\/www.justiz.nrw.de\/nrwe\/lgs\/paderborn\/lg_paderborn\/j2022\/3_O_99_22_Urteil_20221219.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In letzter Zeit m\u00fcssen sich Gerichte vermehrt mit dem Thema \u201eScraping\u201c auseinander setzen. Unter \u201eScraping\u201c versteht man das \u00dcbertragen von \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Informationen einer Webseite in eine Datenbank. Dies kann auf manuellem Wege geschehen oder mithilfe verschiedenster Softwares. Besonderes Augenmerk wird auf das Scraping bei Social-Media-Plattformen gelegt. 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